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Widerstand gegen Staudammprojekt in Mazedonien


Über 100 WissenschaftlerInnen protestieren für die Rettung des Mavrovo Nationalparks in Mazedonien. Dort soll mit Fördergeldern unter anderem der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) ein Staudammprojekt umgesetzt werden.

In Mazedoniens Mavrovo Nationalpark sollen zwei Wasserkraftwerke errichtet werden. Das Staudammprojekt wird von der Weltbank und der EBRD finanziert. Nun haben eine Vielzahl von WissenschaftlerInnen und PolitikerInnen einen offenen Brief an die Präsidenten der Weltbank und der EBRD geschickt. Unter den Unterzeichnern sind neben bspw. Ernst von Weizsäcker und Michael Succow zahlreiche ExpertInnen der Weltnaturschutzunion IUCN. Mit der Aktion unterstützen die UnterzeichnerInnen die Kampagne „Rettet das blaue Herz Europas“ der Naturschutzorganisationen EuroNatur und Riverwatch, die sich für den Erhalt der Flusslandschaften auf dem Balkan einsetzen.

„Nationalparke haben den Zweck, große Ökosysteme vor menschlichen Eingriffen zu schützen. Deshalb sind große Staudämme oder andere zerstörerische Projekte hier vollkommen auszuschließen“, heißt es in dem Brief. Doch es geht auch allgemein um den Schutzstatus Nationalpark. „Diese Projekte sind ein Angriff auf die für Europa bedeutendste Naturschutzkategorie, ein Angriff auf die Marke Nationalpark. Auch deshalb müssen wir diese Projekte verhindern“, so Gabriel Schwaderer, Geschäftsführer von EuroNatur.

Im Mavrovo Nationalpark sind neben Wölfen, Bären und Ottern mehr als 1.000 Pflanzenarten heimisch. Für den Balkenluchs, von dem weltweit nur noch etwa 50 Exemplare existieren, konnte bisher allein für die Population im Mavrovo Nationalpark eine Reproduktion nachgewiesen werden. Das Staudammprojekt bedroht somit existenziell den Bestand der seltenen Wildkatze. [ej]







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