Türkische Minderheit aus Mazedonien feierte in Deutschland - Neues aus Mazedonien

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Mittwoch, 22. März 2017

Türkische Minderheit aus Mazedonien feierte in Deutschland

Folklore-Tanz erinnert an Vergangenheit der Vorfahren

Tönisvorst. "Ich bin gleich bei Ihnen, ich muss noch die Gäste begrüßen und dann noch mit vortanzen", sagt schmunzelnd Özgür Öztürk. Kurze Zeit später fangen die acht Vorstandsmitglieder des Vereins "MakGöc Almanya" mit dem ausdrucksvollen Tanz Teshko an. Immer mehr kommen hinzu, zum Schluss der 15-minütigen Folklore bewegen sich mehr als 70 Männer rhythmisch im Kreis.

"Dieser Tanz sollte symbolisch daran erinnern, dass unsere Vorfahren damals ihre Heimat verlassen mussten, neue Wege gegangen sind", erinnert der 35-jährige Neersener an die Zeit, als auch seine muslimischen Vorfahren in Mazedonien der türkischen Minderheit angehörten, die einst vor allem wegen ihres Glaubens aus dem ehemaligen jugoslawischen Land fliehen mussten. Einer davon ist der heute 83-jährige Vahit Pinar, der 1959 in die Türkei auswanderte und etwa drei Jahre später, als es dort keine Arbeit gab, nach Neersen kam und wenig später mit den mazedonisch-türkischen Kulturverein "MakGöc Almanya" gründete. Und dieser Verein feierte jetzt das alljährliche Frühlingsfest. Diesmal im großen Festsaal "Majestät" im St. Töniser Gewerbegebiet. "Wir mussten dahin ausweichen, da es in der Stadt Willich keine geeignete Räumlichkeit gab", erklärt Özgür Öztürk, der ein Enkel von Vahit Pinar und leitender Angestellter einer Bank ist.

Mittlerweile gehören 217 Mitglieder dem Verein an. Nach etwa einer Stunde sind sogar rund 300 Personen im Saal, darunter viele junge Leute und Kinder. "Gleich kommen noch einige Busse mit über hundert Gästen, unter anderen aus Nürnberg und Stuttgart", kündigt der Neersener an. Die weitaus überwiegende Zahl der Mitfeiernden kommt aber aus der Stadt Willich.

Einige auch weibliche Folkloregruppen treten auf. Einige haben sich sogar ins Flugzeug gesetzt, um dabei sein zu können. So kommen die Musiker mit ihrem Keyboard, dem Saxofon, mit der Klarinette und der Trompete aus der mazedonischen Stadt Zirovnica.

"Vor allem ist uns wichtig, dass unser Nachwuchs in unsere Arbeit mit eingebunden wird, sich in irgendeiner Weise engagiert und nicht auf dumme Gedanken kommt", sagt Özgür Öztürk. Unter anderem veranstaltet der Verein am 28. Oktober diesmal in der Neersener Niershalle ein multi-kulturelles Fußballturnier - das Motto: "Bunt statt Braun."