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Roza Kitanoska gewinnt Auszeichnung zum 500. Reformationsjubiläum


In Straupitz trafen sich am 1. und 2. Juli wendische und sorbische evangelische Christen zum Wendischen Kirchentag. Das Motto des Festes im Jahr des Reformationsjubiläums lautete „Am Anfang war das Wort“.  Damit sollte an die Bedeutung der Reformation für die Entwicklung der wendischen Schriftsprache erinnert werden. Am Sonnabend fand eine zweisprachige Andacht am Denkmal von Albin Moller statt. Er wirkte in Straupitz als wendischer Pfarrer und Universalgelehrter. 1574 gab er das erste gedruckte Buch in wendischer Sprache heraus.

Die Erinnerung an Moller zog sich wie ein roter Faden durch den festlichen Abendmahlsgottesdienst am Sonntag. Mit 243 Gottesdienstbesuchern war es in der Niederlausitu der größte wendische Gottesdienst neuerer Zeit nach deren Wiederbelebung im Jahr 1987. Die liturgische Leitung hatte der Bautzener Superintendent Mahling, die Predigt hielt Pfarrer Ingolf Kschenka aus Jänschwalde.  Die Gemeinde sang drei Lieder aus dem Liederbuch von Moller. Der Chor Budyšin brachte als Brandenburger Premiere die Komposition von Sebastian Elikowski-Winkler „Liturgia trinitatis“ zur Aufführung, die sich ebenfalls auf Material von A. Moller bezieht.

Dem Gottesdienst schloss sich ein großartiges Gemeindefest auf der Wiese gegenüber von der Kirche an. Das Thema des ersten Programmteiles waren „Wendische Trachten“. Durch das Programm führte Jennifer Dünnbier aus Guhrow in wendischer Festtagstracht. Der erste Punkt war eine Modenschau „Sorbisch modern“ von der Designerin Sarah Gwiszcz aus Lübbenau. Danach traten die Tranzgruppen aus Zeisig und Neu Zauche mit ihren traditionellen Trachten auf. Der Verein zur Förderung der wendischen Sprache in der Kirche e. V. übergab den Lausitzer Albinus-Mollerus-Preis für die besten eingereichten Beiträge zur Ausschreibung aus Anlass des 500. Reformationsjubiläums. Die Gewinner waren Roza Kitanoska, eine mazedonische Doktorandin der Sorabistik aus Leipzig, und Pětr Dźisławk, Schüler am Sorbischen Gymnasium in Bautzen für ihre eingereichten Gedichte in wendischer/sorbischer Sprache.

Der zweite Teil des Nachmittagsprogramms war ein sehr schönes Chorkonzert in der Straupitzer Schinkelkirche, das der Dirigent Gerald Schön mit Chören aus der Nieder- und Oberlausitz zusammengestellt hatte.

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