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Handball: VfL Gummersbach nur ein Spielball für Skopje

Gegen den Champions League Sieger können dezimierte Oberberger beim „4 Clubs Tournament“ nur zehn Minuten mithalten – ‚Gesundes Oberberg e.V.‘ und die AggerEnergie präsentieren die Berichterstattung über den VfL Gummersbach.


Der letzte Härtetest vor der ersten DHB-Pokal-Runde kommendes Wochenende ist für das neu zusammengestellte Team von Dirk Beuchler nicht ganz unerwartet mit einer Niederlage geendet. Auch im Spiel um Platz Drei beim „4 Clubs Tournament“ gegen den amtierenden Champions League Sieger Vardar Skopje sind die stark ersatzgeschwächten Oberberger vor erneut sehr spärlich besetzten Tribünen letztlich völlig chancenlos und werden phasenweise von den mit der angezogenen Handbremse agierenden Mazedoniern vorgeführt.

VfL Gummersbach – HC Vardar Skopje 26:37 (11:18).

Die Frage, wie sinnvoll ein Vorbereitungsturnier gegen Europas Crème de la Crème sei, moderierte VfL-Trainer Dirk Beuchler nach dem Spiel freundlich aber bestimmt zur Seite. Selbstverständlich seien Gegner dieses Kalibers nicht der Anspruch seiner Mannschaft. „Natürlich hätten wir uns lieber besser verkauft, aber unser Ziel ist diese Saison einzig und allein der Klassenerhalt“, meinte der Coach nach der Partie. Das gestern bereits prall gefüllte VfL-Lazarett hatte über Nacht mit Kevin Schmidt noch einmal weiteren Zuwachs erhalten, so dass die Hausherren ohne gelernten Linksaußen antreten mussten, aber auch auf anderen Positionen kräftig improvisieren durften. „Die Region unterschätzt aber auch, wie viel Arbeit es ist, sieben Neuzugänge einzubauen“, blickte Beuchler ein wenig neidisch auf seine Trainerkollegen, die es mit maximal zwei bis drei neuen Spielern zu tun hätten und auf funktionierende Kader zurückgreifen könnten.

Dabei begann die Begegnung sogar recht verheißungsvoll aus oberbergischer Sicht. Skopje tat sich im Aufbauspiel zunächst noch ein wenig schwer, agierte zunächst zu behäbig, so dass die VfL-Defensive schnell einige Ballgewinne verzeichnen konnte. Der erneut gut aufspielende Florian von Gruchalla dankte es mit drei Treffern zur 4:2-Führung (6.) nach wenigen Minuten. Doch mit zunehmender Spielzeit produzierte auch der VfL-Angriff viele leichtfertige Fehler gegen Skopjes 3:2:1-Defensive. Bis zum 5:5 (11.) durch Eirik Köpp blieb die Partie noch pari, danach sollten allerdings alle Dämme brechen. Gerade Shooter Vuko Borozan konnte nach Belieben schalten und walten und erzielte in seinen 25 Minuten Spielzeit überragende acht Treffer. Beim 6:10 (17.) zückte Beuchler die grüne Karte, konnte damit das Fehlerfestival seines Teams aber keineswegs stoppen. Über 8:15 (26.) ging es mit einem deutlichen 11:18-Rückstand in die Kabinen.

Besserung sollte sich aber auch im zweiten Durchgang nicht einstellen und das obwohl die Gäste das dritte Spiel in drei Tagen absolvierten. Eirik Köpp merkte man die Schulterprobleme der letzten Wochen an. Der Norweger kam auf eine unterirdische Quote von zwei Treffern aus zwölf Versuchen. Der Rückstand wuchs indes auf 16:26 (43.) an. Kleine Lichtblicke waren lediglich die gute Trefferquote von Alexander Becker am Kreis sowie das teils ein wenig unkonventionelle Aufbauspiel von Erwin Feuchtmann, der mit seinen schnellen Vorstößen wenigstens für ein wenig Agilität im zumeist sehr statischen Angriffsspiel sorgte. Der Chilene sorgte kurz vor Schluss aber auch für den einzigen Aufreger der sonst spannungsarmen Partie. In einer Abwehraktion erwischte er seinen Gegenspieler mit dem Ellbogen im Gesicht und wurde dafür zu Recht disqualifiziert. Hieraus entwickelte sich allerdings noch eine kleine Rudelbildung am Kampfgericht bei der sich Florian von Gruchalla gleich mit mehreren gegnerischen Spielern anlegte.

Nachdem die Gemüter abgekühlt waren, ging es aber auch schnell wieder sportlich zu und der VfL verlor letztlich auch in der Höhe verdient mit 26:37. „Wir hatten fünf Wochen gemeinsame Vorbereitungszeit und dabei mit vielen Verletzungen zu kämpfen. Da ist es normal, dass noch nicht alles klappen kann. Ab kommenden Samstag wird es ernst und wir versuchen unsere Spieler bis dahin fit zu bekommen. Dementsprechend haben wir auch heute gewechselt“, hofft Beuchler, dass bis zum Spiel gegen Bundesligaabsteiger Coburg sich noch der ein oder andere Spieler zurückmelden wird.

Gummersbach: Carsten Lichtlein (1.44. Minute, 6/1 Paraden), Lasse Hasenforther (44.-60 Minute, 4 Paraden); Alexander Becker (6), Marko Matic, Florian von Gruchalla (je 4), Erwin Feuchtmann, Stanislav Zhukov (je 3), Eirik Köpp, Moritz Preuss, Josef Pujol (je 2).

Skopje: Arpad Sterbik (1.-35. Minute, 7/1 Paraden), Danijel Gjorgjeski (36-.60 Minute, 2 Paraden); Vuko Borozan (8), Timur Dibirov (7/4), Janja Vojvodic (5), Igor Karacic, Dainis Kristopans, Danill Shishkarev, Martin Popovski (je 3), Mijajlo Marsenic (2), Ivan Cupic, Joan Canellas, Jorge Maqueda (je 1).

Strafen: 4:6 Minuten (Feuchtmann (Rot), Preuss – Shishkarev, Ferreira, Marsenic).

Siebenmeter: 0/1 – 4/5 (von Gruchalla scheitert an Sterbik – Cupic trifft den Pfosten).

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