Schweiz: Nach Ausschreitungen FC Makedonija mit 145 Strafpunkte

Nach den gewaltsamen Vorfällen bei der 4.-Liga-Partie in Rüschegg wurde der FC Makedonija mit einer Busse und zahlreichen Spielsperren sanktioniert.


Vor einigen Tagen kam es beim 4.-Liga-Spiel zwischen dem FC Rüschegg und dem FC Makedonija zu wüsten Szenen: Nachdem der Schiedsrichter mehrfach von Makedonija-Spielern angegangen worden war und ganze viermal die rote Karte gezückt hatte, brach er das Spiel in der 77. Minute ab. Die Gewalt gipfelte anschliessend in der Clubhaus-Buvette: Dort streckte ein Makedonija-Anhänger den Unparteiischen mit mehreren Faustschlägen nieder. Dieser musste für weitere Abklärungen ins Spital gebracht werden.

Nun hat der Fussballverband Bern-Jura auf die Vorfälle reagiert. Aufgrund des tätlichen Fan-Angriffs hat er gegen den Verein eine Busse von «mehreren hundert Franken» ausgesprochen, wie Rolf von Gunten vom Departement Spielbetrieb auf Anfrage sagte. Weil sie noch nicht rechtskräftig ist, will der Verband derzeit keine Auskunft über den genauen Betrag geben.

«Die Saison ist gelaufen»

Zu den finanziellen kommen sportliche Sanktionen. Allein wegen des Spielabbruchs hagelte es 50 Strafpunkte gegen den FC Makedonija. Etliche weitere gabs für die vier roten Karten und die daraus resultierenden Spielsperren. Ein Spieler wurde für drei Monate vom Spielbetrieb suspendiert. Insgesamt kommt der Verein nun auf 145 Strafpunkte – und das nach erst vier Spielen. Somit ist er Tabellenletzter in der kantonalen Fairplay-Wertung. Zum Vergleich: Der FC Gerzensee befindet sich aktuell mit 39 Starfpunkten auf dem zweitletzten Rang.

Die Spielsperren und Strafpunkte tun dem FC Makedonija weh. «Wir haben kein riesiges Kader und sind daher auf jeden Spieler angewiesen», sagt Präsident Orce Andonov. Ohne die Gesperrten werde man sicher einige Matches verlieren. «Die Saison ist praktisch gelaufen und unsere Aufstiegsambitionen können wir begraben», klagt er.

Ermittlungen im Gang

Die vier roten Karten will Andonov nicht akzeptieren. «Der Schiedsrichter hat klar gegen uns gepfiffen», findet er. Daher werde der Verein Einsprache gegen die vom Verband ausgesprochenen Spielsperren erheben. Die gewaltsame Fan-Attacke gegen den Spielleiter verurteile er zwar, sagt Andonov. Dass der Club deswegen gebüsst werde, halte er aber für falsch. «Wenn ein Zuschauer den Schiedsrichter angreift, hat das mit dem Verein selbst nichts zu tun.»

Die Kantonspolizei Bern gibt zur Schiedsrichter-Attacke in Rüschegg derzeit keine weiteren Auskünfte. Die Ermittlungen seien nach wie vor im Gang, hiess es auf Anfrage.

Massive Strafen bei Tätlichkeiten gegen Schiri

Während Beleidigungen und Beschimpfungen gegen den Schiedsrichter dem Verband nach wie vor Sorgen bereiten, sei die physische Gewalt in den letzten Jahren zurückgegangen, sagt Rolf von Gunten. Das habe vor allem mit den «massiven Strafen und Bussen» zu tun. «Wird ein Schiedsrichter von einem Spieler angegangen, muss dieser heute schnell einmal zehn Spielsperren absitzen», sagt von Gunten. Solche Bestrafungen hätten «Signalwirkung».

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