BVB: Mit viel Dynamik auf dem Weg nach oben - Beyhan Ametov im Porträt

Ein Neuzugang mit Potenzial und Perspektive - so lässt sich Beyhan Ametov mit wenigen Worten beschreiben. Den Machern der U23 des BVB um Teammanager Ingo Preuß ist mit der Verpflichtung des 18-jährigen Talents aus der U19 des 1. FC Köln durchaus ein Coup gelungen. Zwar wird der gebürtige Wuppertaler mit mazedonischen Wurzeln noch einige Zeit benötigen, um seinen festen Platz in der Mannschaft zu finden, doch die Basis für einen guten Karrierestart ist vorhanden.


Dieses Fundament legte Ametov insbesondere in der Domstadt beim 1. FC Köln. Seit seinem Wechsel vom Wuppertaler SV zum Effzeh im Jahr 2009 durchlief Ametov dort sämtliche Jugendmannschaften, war in der abgelaufenen Saison 2016/17 mit zwölf Treffern in 22 Spielen der treffsicherste Kölner und der fünfbeste Schütze der gesamten Liga - und das als Mittelfeldspieler. Für den FC lief Ametov hauptsächlich links in der offensiven Dreierreihe hinter der einzigen Sturmspitze auf - und fühlte sich dort sichtlich wohl. Er betont jedoch zugleich: „Ich kann vorne auch flexibel spielen.“ Mit seinem Antritt und seiner Ballkontrolle ist er für das variable Spiel in der Spitze prädestiniert. „Mein Dribbling und mein Tempo mit dem Ball, sowie die Abschlussstärke und die Torgefährlichkeit als Mittelfeldspieler“ nennt der 18-Jährige auch objektiv zutreffend als seine größten Stärken. Verbessern möchte er sich hingegen noch „bei den defensiven Zweikämpfen und beim Kopfballspiel“.

Im Westfalenstadion auflaufen? "Das wäre ein Traum"

Sollte dies gelingen, dann dürfte das Talent auch relativ schnell sein kurzfristiges Ziel erreichen: „Ich möchte Stammspieler werden.“ Und vielleicht auch einmal nebenan im Westfalenstadion unter Profi-Trainer Peter Bosz auflaufen? „Das wäre ein Traum.“ Doch er schätzt seine Chancen realistisch ein: „Ich möchte mich empfehlen für Vereine aus der zweiten oder dritten Liga.“

Hierfür muss Ametov jedoch zunächst einmal die Umstellung vom Junioren- in den Senioren-Bereich bewerkstelligen. Der Youngster steht vor seiner ersten Saison im Senioren-Bereich, auch wenn er durchaus schon mal erste Erfahrungen im Lizenz-Bereich sammeln durfte. So nahm er in der letzten Wintervorbereitung bereits am Training der Kölner Bundesliga-Mannschaft unter Coach Peter Stöger teil. „Das Tempo ist viel höher. Die Zweikämpfe sind robuster, das ganze Spiel läuft viel schneller ab“, skizziert Ametov die Unterschiede zwischen dem Junioren- und Lizenz-Fußball. Doch Boris Schommers, Ametovs Ex-Trainer aus der Kölner U19, sieht den Neu-Dortmunder auf einem guten Weg: „Der Wechsel zum BVB ist ein sehr positiver nächster Schritt für Beyhan. Er verfügt im Spiel mit dem Ball über eine außergewöhnliche Qualität.“ Zugleich charakterisiert Schommers den Spieler, den er zweieinhalb Jahre lang trainierte, so: „Er ist in der Zeit vom Jugendlichen zum Erwachsenen gereift, hat sich in seiner Persönlichkeit weiterentwickelt und gelernt, worauf es ankommt. Ich wünsche ihm alles Gute.“

Coach Siewert initiierte den Transfer zum BVB

Die Eingewöhnung beim BVB verlief für den Neu-Dortmunder bisher gut: „Die ersten Einrücke sind sehr positiv, so professionell habe ich es mir nicht vorgestellt. Die Trainingsanlage ist sehr gut. Ich war es nicht gewohnt, dass man nur noch mit einer Kulturtasche zum Training kommen muss. In der Jugend musste man viele Dinge noch selbst erledigen.“ Auch vom Umfeld ist Ametov begeistert: „Die Jungs und Trainer hier sind sehr nett.“ Überhaupt war es der neue U23-Coach Jan Siewert, der den Weg für Ametov zum BVB ebnete: „Wir kennen uns aus meiner Zeit bei der U17-Nationalmannschaft, er war dort Co-Trainer. Und er wusste, dass ich den FC jetzt im Sommer verlassen würde.“ So sei der Kontakt schnell geknüpft gewesen, auch wenn noch andere Angebote vorgelegen hätten. „Aber auch die Nähe zu meiner Heimat und meiner Familie gaben letztlich den Ausschlag zugunsten des BVB.“ Der 18-Jährige wohnt aktuell noch bei seinen Eltern in Wuppertal, ist aber auf Wohnungssuche in Dortmund und hofft auf einen baldigen Umzug. Zugunsten kommt Ametov bei seiner weiteren Entwicklung, dass er keine schulischen Verpflichtungen mehr hat: „Ich habe kürzlich mein Fachabitur abgeschlossen und den Führerschein gemacht. Jetzt möchte ich mich erst einmal nur auf den Fußball konzentrieren.“

Und das gelang dem Offensivspieler bislang ganz gut. In den ersten beiden Testspielen gegen Bad Wünnenberg-Leiberg und den Aplerbecker SC kam Ametov zum Einsatz und konnte sich jeweils in die Torschützenliste eintragen. Geht er seinen Weg weiter, dann wird er schon bald regelmäßig in der Roten Erde auflaufen. Möglicherweise ja schon am 1. Spieltag am letzten Juli-Wochenende im West-Duell gegen RW Essen.

Keine Kommentare