Kritischer Film über "Skopje 2014" gewinnt 3sat-Förderpreis


Den 3sat-Förderpreis bei den 64. Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen gewinnt der Kurzfilm "Bigger than Life" (Deutschland/Italien/Mazedonien 2018) von Adnan Softic. Der Autor des Kurzfilms behandelt dabei das Projekt "Skopje 2014", mehr als kritisch.

"Mazedonien erfindet sich als Nation neu"


Laut Softic "erfindet sich Mazedonien als Nation neu, welches von historischem Rang nach dem Modell einer Antike, so nie gegeben haben soll."

In "Bigger than Life" wird das Skopje der Gegenwart zur Ausgrabungsstätte, an der sich mitverfolgen lässt, wie Geschichte gemacht, Antike konstruiert, historische Einzigartigkeit durch Nachahmung hergestellt wird und die Übergänge zwischen Wahrheit und Fälschung unscharf werden, heißt es in der Pressemitteilung zum Preis den Softic mit seinem Kurzfilm über die mazedonische Hauptstadt bekam.

"Für mehrere Hundert Millionen Euro ein nagelneues antikes Stadtzentrum erbaut. Regierungsgebäude, Museen sowie Monumente in klassischer Anmutung, die Skopje mit Rom und Athen in eine Reihe stellen" sind nur wenige der Argumente des Autors.

In der Begründung der Jury des Deutschen Wettbewerbs dagegen heißt es: "... die spielerische Struktur dieser Vermessung eines kitschigen Stadtumbauprojekts, das Skopje neben Rom und Athen auf die vordersten Plätze in der europäischen Geschichte katapultieren soll. Dagegen wappnet sich der Film mit Ironie und dekliniert gleichzeitig die Monumentalsucht filmisch originell durch: Bauten und Statuen werden von der aufmerksamen Kamera zu verschiedenen Zeiten, aus verschiedenen Winkeln, in verschiedenem Lichte angeschaut. Beredte Details stehen fürs Ganze wie die sich streitenden Tauben auf dem Kopf einer Statue vor dem Zimmer einer Betroffenen, weil Stadtbewohnerin." 

Der Jury des Deutschen Wettbewerbs, die unter anderem den 3sat-Förderpreis bestimmt, gehören in diesem Jahr Matthias Dell (Berlin), Heike Klippel (Braunschweig) und Katja Wiederspahn (Wien) an.

Kritischer Film für neuen mazedonischen Touristenmagnet


Das Projekt Skopje 2014 findet entgegen der meist konstruierten "kritischen Meinungen" von Außen regen Anklang bei den Touristen. 

Mazedonien war in der Vergangenheit im Tourismus ein unbedeutendes Fleckchen, die Hauptstadt Skopje war für Besucher kein Magnet und wenn, dann nur erster Ankunftsort im Land. Wenn sich ein Tourist nach Mazedonien verirrte dann war Ohrid meist das Ziel der Reisenden.

Dies änderte sich schlagartig mit der Umgestaltung der mazedonischen Hauptstadt. Seitdem besuchen jedes Jahr, kontinuierlich, mehr Touristen das Land. Und sicherlich, lassen diese sich das wunderschöne Skopje nicht mehr entgehen!

Auch bekam das "neue Skopje" neue Plattformen, natürlich auch durch Engagement des Bauherren: Skopje, und Mazedonien, war ab da in den globalen Medien präsent. Kleine Serien, Beiträge und Werbeblöcke bei Euronews, Eurosport, BBC, NBC, etc, brachten das "neu gestaltete" Tourismusziel auf den Schirm, weltweit.

Mehr über Skopje und Mazedonien als Reiseziel erfahren Sie hier auf unserem Tourismus in Mazedonien Blog!

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