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Handball EM Quali: Tschechien überrollt Mazedonien


Zum Auftakt hatte sich die tschechische Auswahl in Island nur knapp mit 24:25 geschlagen geben müssen, gegen den zweiten Anwärter auf das EM-Ticket gab es heute aber die ersten Punkte - und dies in beeindruckender Manier. Tschechien setzte Mazedonien von der ersten Minute an unter Druck, zog auf 10:3 davon und behauptete die Führung bis zum 35:28-Endstand. Beide Teams haben nun zwei Punkte auf der Habenseite, ein interessanter Gruppenverlauf kündigt sich an - eventuell könnte die Entscheidung über das zweite EM-Ticket erst am letzten Spieltag im Rückspiel in Mazedonien fallen. Im zweiten Spiel der Gruppe unterlag Favorit Island überraschend gegen die Ukraine - somit haben alle vier Mannschaften der Gruppe 4 jeweils zwei Punkte. 

Mazedonien war mit einem souveränen 27:21-Erfolg über die Ukraine in die Gruppe 4 der Qualifikation für die Europameisterschaft gestartet und reiste durchaus als Favorit nach Tschechien - auch wenn die Gastgeber bei ihrer knappen Auftaktniederlage auf Island für einige Furore gesorgt hatten. Im Vergleich zum Spiel am Mittwoch fehlte in Pilsen allerdings Superstar Filip Jicha, der die Begegnung aufgrund von Knieproblemen nur von den Rängen verfolgen konnte. 

Dort sah er gemeinsam mit den 1.400 Zuschauern zunächst einen ausgeglichenen Beginn. Kiril Lazarov und Dejan Manaskov hatten die ersten Führungstreffer der Hausherren zunächst ausgeglichen, doch nach dem 3:3 in der siebten Minute übernahm Tschechien das Kommando. 

Die 6:0-Deckung stand gut und trat immer wieder rechtzeitig heraus, dahinter zeigte Martin Galia zwischen den Pfosten eine starke Leistung. Über zehn Minuten gelang Mazedonien kein Treffer, Tschechien setzte hingegen sieben ins Serie und zog auf 10:3 davon. 

Unter den Treffern waren einige sehenswert herausgespielte, aber auch umgehend bestrafte Fehler des Gegners - wie beim neunten Tor. Ein mazedonischer Pass war im Seitenaus gelandet, Jakub Hrstka schaltete schnell und verwandelte den Einwurf direkt in das verwaiste Tor der Mazedonier, die ihre Offensivprobleme mit einem zusätzlichen Feldspieler mildern wollten. 

Ein Siebenmeter von Kiril Lazarov beendete dann die Durststrecke der Gäste, die in der Folge den Abstand wieder etwas verkürzen konnten. Beim 12:8 traf nun Mazedonien ins leere Tor, als Tschechien eine Unterzahl mit einem zusätzlichen Feldspieler im Angriff ausgleichen wollte. 

Tschechien ließ sich ber nicht aus dem Tritt bringen, der Sieben-Tore-Lauf hatte den Hausherren sichtlich Selbstvertrauen beschert. Die Deckung stand weiterhin gut und neben einfachen Treffern gelang es auch im gebundenen Spiel immer wieder die gegnerische Deckung zu knacken. Zur Pause lagen beim 18:12 wieder sechs Tore zwischen den Konkurrenten und auch die zweite Aufholjagd der Mazedonier konnten die Hausherren zurückschlagen. Nach dem Seitenwechsel hatten Lazarov und Manaskov die Gäste beim 19:16 auf drei Treffer herangeführt, beim 24:18 hatte Tschechien den Abstand aber wieder verdoppelt und spätestens mit dem 30:22 waren die Weichen zum 35:28-Erfolg gestellt, beim dem Hrstka mit zehn Toren bester Schütze war. Für Mazedonien kamen Lazarov auf neun und Manaskov auf acht Tore - Lazarov vepasste um zwei Treffer seinen Meilenstein von 1000 Toren im mazedonischen Dress. Der Kapitän der Mazedonier muss sich bis Mai 2017 gedulden, dann folgt der dritte Spieltag mit der Partie gegen Island.

In der Tabelle der Qualifikations Gruppe 4 führt Tschechien Punktgleich vor  Mazedonien und Island.