Neckarau: Angel Palevskis Ausstellung "Farben vereinigen" im Markthaus


"Farben vereinigen" heißt eine Ausstellung mit Werken des Mannheimer Grafikdesigners Angel Palevski sowie Asylsuchenden aus Afrika, die derzeit im Markthaus in der Floßwörthstraße zu sehen ist. Geschäftsführer Thomas Weichert stellte den gebürtigen Mazedonier Palevski vor, der in Deutschland aufgewachsen ist und in der Neckarstadt sein Büro hat. Er betreut gegenwärtig in Zusammenarbeit mit der Stadt künstlerische Projekte mit Bewohnern der Landeserstaufnahmestelle in der Industriestraße.

Seine eigenen ausgestellten Werke sind als Linienabbildungen in eher gedeckten Farben, wie Grau, Beige oder Dunkelblau streng grafisch aufgebaut und wirken sachlich und stylisch.

Die grafische Vorgehensweise, also geometrische Grundformen abzubilden, war auch die Vorgabe für das Projekt mit den Flüchtlingen. Angel Palevski erläutert: "Die Formen dienen als Projektionsfläche für die Menschen, das auszudrücken, was sie sind und empfinden. Frei zu arbeiten, wäre zu komplex und unverständlich gewesen, da fehlt das Handwerk für die Umsetzung." Und so war die Devise: Zeigt Euch in Farben. Die zwölf teilnehmenden Männer im Alter von etwa 20 bis 40 Jahren produzierten farbenfrohe Werke. Sie verwendeten vorwiegend leuchtende Farben, aber auch gebrochenes Orange, Braun, Gelb oder Grün, wie man sie von den typischen afrikanischen Ethnomustern kennt. Ein Teilnehmer aus Nigeria, der gerne im Baugewerbe arbeiten wollte, fertigte aus Pappe kunstvoll kleine Häuser an.

Die Flüchtlinge waren regelmäßig mehrmals pro Woche, auch ohne Anleitung mit Farbe auf Packpapier und Leinwand aktiv. Der Grafiker meint: "Es ist erstaunlich, wie die Leute bei der Sache waren. Damit waren sie beschäftigt, hatten ein Thema zu besprechen und vor allem, sie hatten gleich ein Ergebnis ihres Tuns."

"Menschen zusammenbringen"
Aktuell, so fährt er fort, "stellen die Bewohner der Industriestraße ein Gemälde über 30 Meter groß, über Wände und Türen hinweg her. Und danach sollen auf selbstgemachten Staffeleien große Einzelgemälde entstehen".

Die Erschaffer der im Markthaus ausgestellten Werke leben schon längst nicht mehr in Mannheim. Ihre Bilder sollen später die Räume der Flüchtlingsunterkünfte schmücken.

Die Werke von Angel Palevski stehen dagegen zum Verkauf. Thomas Weichert kündigte an, dass der Integrationsbetrieb Markthaus die bis vor einigen Jahren gepflegte Tradition der Ausstellungen wieder aufleben lassen möchte: "Hier ist ein guter Ort, um Kunst zu präsentieren. Wir unterstützen Menschen mit Handicap und sind durch unsere Second-Hand-Ware ökologisch orientiert. Zu uns kommen viele Menschen unterschiedlicher Herkunft, wir wollen Menschen zusammen- und Kommunikation in Gang bringen und Künstlern aus der Region eine Plattform geben." Die von etwa 30 Gästen besuchte Vernissage wurde von der Mannheimer Komponistin und Pianistin Irina Rutz musikalisch umrahmt.

Die Ausstellung ist noch bis Ende Mai zu sehen.