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Zaev will mazedonische Geschichtsbücher umschreiben - den Bulgaren zuliebe

Was erlauben Zaev? Dies war der allgemeine Tenor in Mazedonien vom Besuch des neuen Premierministers Mazedoniens, Zoran Zaev, in Sofia der Hauptstadt Bulgarien bei seinem Amtskollegen Borissow und den Äußerungen des mazedonischen Sozialdemokraten.



Nachdem Zaev seinen Kollegen zum mazedonischen Nationalfeiertag Ilinden am 2. August, welcher auch von Bulgaren gefeiert als auch in ihrer Geschichtsdoktrin verankert ist, nach Mazedonien einlud um einen "Vertrag der gutnachbarlichen Beziehungen" zu unterschreiben, erschütterte gestern eine Aussage Zaevs bei einer Pressekonferenz in Sofia die mazedonische Öffentlichkeit.
Laut Zaev haben Mazedonien und Bulgarien "einen großen Teil an gemeinsamer Historie" und um den neuen Vertrag, der von Bulgarien gefordert wird um Mazedoniens EU und NATO Integration zu unterstützen, gerecht zu werden, sollen die mazedonischen Geschichtsbücher überarbeitet werden, und alle Passagen die den Vertrag gefährden könnten, würden geändert (oder sagen wir, zensiert).

Diese Aussage hatte starke Entrüstungen in Mazedonien zur Folge, schließlich gilt Bulgarien auch als mehrmaliger Besatzer von Mazedonien. Zuletzt im zweiten Weltkrieg als Bulgarien auf der Seite von Hitler stand und Mazedonien annektierte. In dieser Zeit deportierten die faschistischen Bulgaren auch die Juden aus Mazedonien, ein Holocaust Memorial Center in der mazedonischen Hauptstadt Skopje erinnert an diese schreckliche Zeit.
Unzählige Gräueltaten verübte Bulgarien in Mazedonien als auch in Ägäis Mazedonien, welches heute in Nordgriechenland liegt.


Dimitrov: Mit dem Vertrag wird der Makedonismus eingedämmt und die bulgarische Geschichtsschreibung gelehrt
Der Direktor der bulgarischen Geschichts-Zentrale, Bozhidar Dimitrov, äußerte sich im bulgarischen Fernsehen über den Besuch von Zaev in Bulgarien (siehe Video unten). Dimitrov ist kein unbeschriebenes Blatt in der Mazedonien-Frage, er vertritt die typische bulgarische Geschichtsverbiegung, demnach gibt es keine mazedonische Identität, weder Sprache und ein Buch von ihm zeigt Alexander von Makedonien als Bulgaren.

So sagte Dimitrov im TV: "Ich dachte den Tag nie zu erleben das ein mazedonischer Politiker nach Sofia kommt und sagt, dass das mazedonische Volk und das bulgarische ein gemeinsames Volk ist, und das ist Herr Zoran Zaev. Und jetzt werden wir einen Vertrag unterzeichnen, der Vertrag hat eine bestimmte Klausel - auf den ersten Blick eine noch nicht erfüllte. Aber wenn diese Klausel erfüllt wird, bedeutet das das Ende des Makedonismus und Mazedonien wird in einen zweiten bulgarischen Staat umgeformt".

Auf die Frage eines Journalisten, "Wie werden Sie garantieren das die Geschichtsbücher die bulgarische Geschichte achtet?" antwortet Dimitrov

Wenn sie so verfasst werden wie es sich (anm. aus bulgarischer Sicht) gehört, werden sie bulgarische Geschichte lernen. Sie werden lernen wie sie bis 1944 Teil der 1300 jährigen Geschichte des bulgarischen Volkes gewesen sind. Und wie sie ab 1944 gezwungen wurden in einem totalitären Regime, das kommunistische Jugoslawien, zu leben und sie dadurch ein anderes von den Bulgaren getrenntes Volk wurden.

In unserem oben schon verlinkten Beitrag, erwähnten wir wie Zaev sich vor einer Statue in Bulgarien verneigt die Zar Samoil als Bulgarien deklariert, und dies negative Reaktionen in Mazedonien hervorrief. Zu dieser Situation wurde Dimitrov ebenfalls befragt:


Seht was dort geschrieben steht, Samoil Zar von Bulgarien, ein mazedonischer Premierminister und legt einen Kranz nieder. Dies ist eine Garantie dafür, dass Zaev den Vertrag am 2. August unterzeichnet.

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