Elif kämpft sich zurück - Spendenaktion für Mädchen aus Mazedonien

Dass das Kinderspital Zürich aus humanitären Gründen Hilfe leistet, ist nicht ungewöhnlich. Dass Angehörige eines Verbrennungsopfers zur Deckung der Behandlungskosten eine öffentliche Spendenaktion starten dagegen schon.



Elif ist fünf Jahre alt. Bei einem Brand im Frühling 2017 in ihrem Heimatdorf in Mazedonien wurde ihre Körperoberfläche zur Hälfte verbrannt – sie braucht dringend medizinische Hilfe. Deshalb hat das Kinderspital Zürich Elif aus humanitären Gründen aufgenommen und behandelt. «Jährlich gibt es zehn bis zwölf solcher Fälle am Kinderspital, wie denjenigen von Elif», sagt Clemens Schiestl, Leitender Arzt am Zentrum für brandverletzte Kinder der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie des Kinderspitals Zürich.

In den meisten Fällen würden Verwandte, die in der Schweiz leben, dem Spital solche Fälle melden. «Im Fall von Elif haben wir zuerst nach Behandlungsmöglichkeiten in den umliegenden Staaten Ex-Jugoslawiens gesucht, aber keine Lösung gefunden», so Schiestl. In 90 Prozent der Fälle würden laut dem Spezialisten für Kinderhaut die Verbrennungsopfer aus dem Ausland stammen: «In hoch entwickelten Ländern wie der Schweiz, gibt es dank Aufklärung, Bildung und Wohlstand deutlich weniger Verbrennungsopfer, als in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.»

«Elif kämpft sich zurück»

Was im Falle von Elif ungewöhnlich ist: Derzeit läuft auf der Crowdfundingplattform 100-Days eine Spendenaktion mit dem Namen «Elif kämpft sich zurück». Die Familie versucht so weitere 15'000 Franken zur Deckung der Behandlungskosten zu sammeln, die sich nach über 22 Operationen auf rund eine halbe Million Franken belaufen. Lanciert hat dieses Projekt die Familie von Elif.

Unterstützt wird sie von Hautstigma, einer dem Kinderspital angegliederten Organisation zur Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit einer Hautauffälligkeit. Es handelt sich dabei um ein interdisziplinäres Team bestehend aus Fachpersonen aus den Abteilungen Dermatologie, dem Zentrum für brandverletzte Kinder, der Plastischen und Rekonstruktiven Chirurgie sowie der Haut-, Wund- und Stomaberatung, das bislang einzigartig ist in der Schweiz.


Kispi braucht Unterstützung

Das Kinderspital sammelt keine Gelder für einzelne Patienten, unterstützt aber die Crowdfunding-Aktion der Familie, so Schiestl. Vom Erfolg der Sammelaktion ist er überzeugt: «Die Familie hat bereits zu Beginn der Behandlung Geld gesammelt und so 100'000 Franken an die Behandlung von Elif bezahlt», sagt Schiestl. Obwohl auch die mazedonische Krankenversicherung einen Beitrag von 60'000 Franken für Elif hinterlegt habe, seien die Behandlungskosten bei weitem nicht gedeckt. Schiestl sagt: «In Fällen wie bei Elif bietet das Kinderspital zwar Behandlungspreise an, die stark defizitär sind.

Damit solche Defizite die humanitäre Leistung des Zürcher Spitals in Zukunft nicht gefährden, unterstützt Hautstigma die Spendenaktion von Elifs Familie. Die gesetzliche Lage ist laut Schiestl nun mal so, dass die Spitäler unter einem grossen Kostendruck stehen würden. Kommt das Geld für die Nachbehandlung nicht zusammen, sind Schiestl und die Familie gefordert, einen anderen Weg zu finden. In diesem Falle erhalten die Spender ihre geleisteten Beiträge von der Plattform 100-Days zurück. Die Aktion dauert noch über 50 Tage.

Wenn Ihr die Crowdfunding Aktion unterstützen wollt dann klickt HIER den Link

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