Zaev will Lösung mit Athen bis Mitte des Jahres


Im Streit mit Griechenland um den offiziellen Namen seines Landes setzt der mazedonische Ministerpräsident Zoran Zaev auf eine Einigung bis Mitte des Jahres. 

"Ich glaube, dass es möglich ist, eine Lösung bis zum Ende des ersten Halbjahres 2018 zu finden", sagte Zaev am Sonntag in einem Interview mit dem griechischen Fernsehsender Alpha TV.

Der Sozialdemokrat Zaev hatte im Juni den nationalkonservativen Politiker Nikola Gruevski an der Regierungsspitze abgelöst und sofort seinen Willen bekundet, den Dialog mit Griechenland über den Namensstreit wieder aufzunehmen. Kürzlich hatte auch der griechische Außenminister Nikos Kotzias erklärt, er sei hinsichtlich einer Beilegung des Streits im Laufe des Jahres 2018 "optimistisch".

Der Streit reicht bis ins Jahr 1991 zurück, als die damalige jugoslawische Teilrepublik ihre Unabhängigkeit erklärte und den Namen Mazedonien für sich wählte. Aus Sicht Griechenlands ist der Name Mazedonien jedoch Teil des griechischen Nationalerbes und suggeriert einen Anspruch auf die nordgriechische Provinz gleichen Namens.

Wegen des schwelenden Streits wird Mazedonien bei der UNO mit der sperrigen provisorischen Bezeichnung Ehemalige Jugoslawische Republik Mazedonien geführt. Der Namensstreit mit Griechenland blockiert seit Jahren die Beitrittsgespräche Skopjes mit der EU und der NATO.

Der UNO-Vermittler Matthew Nimetz, der zur Beilegung des Streits bereits zahlreiche Gespräche mit beiden Seiten führte, will griechischen Presseberichten zufolge am 19. Januar in New York erneut Vertreter beider Länder treffen. Auch er hatte sich im Dezember zuversichtlich geäußert, dass der Streit 2018 endlich beigelegt werden könne.

"Euer nördlicher Nachbar"


Zaev vermied es meist in dem TV Interview den Namen seines Landes zu erwähnen, obwohl die Sendung in seinem Kabinett in der mazedonischen Hauptstadt aufgezeichnet wurde. Mehrmals sprach er von unser/mein Land, Euer nördlicher Nachbar, so auch im Schlusssatz seines Interviews.

Im Interview betonte Zaev, dass Mazedonien in der Namensfrage "keine Rote Linien" habe. Vor einigen Jahren sorgte eine Aussage von Zaev für Entrüstung, damals lies Zaev verlauten "man müsse in der Namensfrage sich auch etwas bücken", mit anderen Worten, man müsse nachgeben. Zaev gab soweit nach das er nicht mal sein land beim Namen nennt...

Desweiteren sieht Zaev sich als Auserwählter um den Namensstreit zu lösen: "Gott wollte das Tsipras und ich im selben jahr geboren werden um den Streit beizulegen", siehe mehr dazu HIER

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