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Mazedonische Parteien geben sich gegenseitig Schuld an Gewalt im Parlament


Nach dem Gewaltausbruch im Parlament von Mazedonien haben sich die rivalisierenden Parteien gegenseitig die Schuld zugewiesen. Regierungschef a.D. Nikola Gruevski von der konservativen VMRO-DPMNE warf den Sozialdemokraten der SDSM am Freitag vor, "wissentlich gegen Recht und Verfassung verstoßen" und damit die Gewalt provoziert zu haben. 
Die Sozialdemokraten beschuldigten Gruevski, "Konflikt, Hass und Spaltung" geschürt zu haben. Bei den Auseinandersetzungen gab es mehrere Verletzte.

Demonstranten waren am Donnerstagabend in das Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Skopje eingedrungen, hatten mazedonische Flaggen geschwenkt und die Nationalhymne gesungen. Die Menschenmasse beschuldigte die Opposition des Putschversuchs und griffen Abgeordnete der Opposition an. Der führende Mann der Sozialdemokraten, Zoran Zaev, wurde von einem Stuhl am Kopf getroffen und erlitt Platzwunden. Zaev erhielt aber auch Unterstützung von der Gegenseite, Vladimir Gjorchev (VMRO-DPMNE) warf sich zwischen den Oppositionellen und der aufgebrachten Menge. Zaev bedankte sich Fair bei Gjorchev im Zuge der Pressekonferenz am Freitag.

Bei den meisten verletzten Abgeordneten handelt es sich um Mitglieder der SDSM. Zijadin Sela der Allianz der Albaner wurde laut Medienberichten am Tag darauf stationär in der Intensivstation behandelt (siehe hier).

Zoran Zaev beschuldigte die Demonstranten, "man wollte uns vorsätzlich Töten". Auch Radmila Shekerinska, welche tätlich angegriffen wurde äußerte den Verdacht, dass "bezahlte Gruppierungen für den Angriff verantwortlich seien.".

Allerdings hat die Opposition vermutlich mit Ausschreitungen gerechnet. Der geplante Umsturz wurde vollzogen als Demonstranten vor dem Parlamentsgebäude gegen die Opposition und die Tirana Plattform demonstrierten. Seit 60 Tagen demonstrieren diese um die gleiche Uhrzeit sowie der generell Treffpunkt der Proteste ist der Park gegenüber dem Parlamentsgebäude. Dies wussten die Politiker der Opposition, und man muss das Verantwortungslose Timing des "Putschs" hinterfragen.
Stevo Pendarovski der SDSM ließ verlauten: "Freunde, der blutige Donnerstag war unausweichlich für die Befreiung Mazedoniens. Mutig bis zum endgültigen Fall der Diktatur."