Regierung in Athen wurde für Abkommen mit Mazedonien abgestraft

"Die Regierung wurde für das Abkommen mit Mazedonien abgestraft" so titelt der Schweizer Rundfunk einen Beitrag über die Wahlergebnisse am vergangenen Wochenende bei der Europawahl in Griechenland.


Ministerpräsident Alexis Tsipras und seine Partei Syriza zeigten sich bei dieser Wahl als Verlierer, kurz danach kündigte er Neuwahlen an. Laut der freien Journalistin Rodothea Seralidou, die vom SRF interviewt wurde, ist Tsipras bei der Wahl wegen dem Abkommen mit Mazedonien abgestraft worden.

Zeitgleich fanden auch Kommunalwahlen in Griechenland statt, und auch bei dieser Wahl war die Niederlage der linken Regierungspartei niederschmetternd, fast alle Bürgermeister werden jetzt dann konservativ sein., erklärt Rodothea Seralidou.

Wie sie weiter gegenüber dem SRF erklärt: "Viele wollten die Regierung mit ihrer Stimme abstrafen. In den Kommunalwahlen haben die Konservativen gepunktet. Die konservative Partei war von Anfang an gegen das Namensabkommen mit Mazedonien, so wie die Mehrheit der Griechen auch. Die Konservativen haben das Thema genutzt, um Wahlkampf zu betreiben und haben dabei bei vielen Griechen eine empfindliche Ader getroffen. Diese kommen nach wie vor nicht klar, dass ihre linke Regierung einem anderen Land den Namen Mazedonien zubilligt, sei es nur als "Nord-Mazedonien"."

"In der nordgriechischen Region war die Wahlniederlage für Syriza besonders niederschmetternd. Die Bürger haben die Regierung nicht zuletzt für das Abkommen mit Mazedonien abgestraft." ist Ihr Fazit.

Schwierig wird die Wahlkampfsituation in Griechenland für das Nachbarland Mazedonien, schrieb dagegen das österreichische Blatt Der Standard. Denn im Juni sollte eigentlich entschieden werden, ob Mazedonien endlich mit den EU-Beitrittsverhandlungen beginnen kann. 

Doch die konservative Nea Demokratia könnte im Fall eines Wahlsiegs alle weiteren Schritte Mazedoniens Richtung EU blockieren. Sie hat sich gegen das Prespa-Abkommen zwischen den beiden Staaten ausgesprochen, das zur Lösung des Namenskonflikts geführt hatte - schreibt Der Standard.

QUELLE: Der Standard/Aussagen übernommen vom SRF