Mazedonischer Oscar Kandidat kehrt ohne Statuette heim - schreibt aber Geschichte


Der mazedonische Film 'Land des Honigs' ging bei den Oscar Verleihungen 2020 leider leer aus, trotzdem schreibt der Film Geschichte. Es war der erste Film aus Mazedonien der in zwei Kategorien um den prestigeträchtigsten Oscar kämpfte: Bester Dokumentarfilm und Bester internationaler Film.

In der Kategorie Bester Dokumentarfilm der 92. Oscar-Verleihung bekam "American Factory" den Vorzug gegenüber dem 'mazedonischen Epos über die letzte Imkerin Europas'. Nachsehen hatte 'Honeyland' auch in der Kategorie Bester internationaler Film, gegen den Gewinner des Abends 'Parasite' aus Südkorea zog man den kürzeren.

'Honeyland' ist trotzdem in die Geschichte des mazedonischen Films eingegangen, aber auch in die Geschichte der Oscars selbst: Als erster Film, der gleichzeitig sowohl für den besten internationalen Film als auch für den besten Dokumentarfilm nominiert wurde.

"Obwohl der mazedonische Kandidat "Land des Honigs" keinen Oscar gewonnen hat, sind wir uns der Größe dieses Films, der Bedeutung der Botschaft, der Macht der endlosen Geschichten, die sich in diesem Land verstecken, und der vielen talentierten Künstler, die wissen wie dem Publikum Geschichten gezeigt werden sollen. Es ist uns eine Ehre, zusammen mit diesen großartigen Filmemachern nominiert worden zu sein, die mutige Geschichten über Menschen auf der ganzen Welt in der universellen Sprache der Filmkunst geschrieben haben", teilte das mazedonische Film Team auf der offiziellen Facebook-Seite des Films nach dem Ende der Oscars mit.

Stolz zeigt man sich trotzdem, mit dem Film konnte man ein Stück Historie schreiben: "Es war nicht abzusehen, dass unser Film in die Geschichte Mazedoniens und die Geschichte der Oscar-Nominierungen eingehen würde. Honeyland wurde in zwei Kategorien für den besten Dokumentarfilm und den besten internationalen Film nominiert."

Zum Abschluss schreibt das Filmteam: "Als wir den Film vor mehr als einem Jahr auf dem Sundance Film Festival promoviert haben, hatten wir nicht einmal die Hoffnung, so weit zu kommen. Wir danken allen, die an unseren kleinen Film geglaubt und uns unterstützt haben, und wir danken insbesondere dem Neon-Vertrieb für ihren Glauben an die Kraft der Kinematografie und das kühne Geschichtenerzählen. Zum Schluss möchten wir uns bei unserer Hauptdarstellerin Atidze Muratova für den Eintritt in ihre wunderschöne Welt bedanken."


Film aus Südkorea triumphiert


Der südkoreanische Film „Parasite“ hat triumphiert und zugleich Geschichte geschrieben. Als nicht-englischsprachige Produktion gewann er in der Königskategorie. „Parasite“ stellte damit das Weltkriegs-Epos „1917“ in den Schatten, das als großer Oscar-Favorit gegolten hatte.

Zudem gewann „Parasite“ in den Kategorien beste Regie und bestes Original-Drehbuch. Auch in der Kategorie Internationaler Film brillierte „Parasite“. Die Kategorie, in welcher auch Land des Honigs nominiert war, war bisher unter 'bester fremdsprachiger Film' bekannt. Bong und Han waren somit die ersten asiatischen Autoren, die die Trophäe gewonnen haben. Die beiden widmeten die Ehrung ihrem Land.

Den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle bekam in diesem Jahr Renée Zellweger. Sie wurde für ihre Darstellung der Schauspielerin und Sängerin Judy Garland im Film „Judy“ geehrt. Für Zellweger ist es der zweite Oscar. 2004 gewann sie den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle für ihre Leistung in „Unterwegs nach Cold Mountain“.

Joaquin Phoenix hat den Oscar als bester Hauptdarsteller gewonnen. Der 45-jährige US-Amerikaner wurde für seine Darstellung des späteren Batman-Gegenspielers in „Joker“ ausgezeichnet. Für den Schauspieler ist es der erste Oscar.

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